Februar 09, 2015

Seereise AIDA - Mittelmeer im Februar

Wir haben uns mal wieder auf das Wasser getraut. Diesmal mit der AIDA Mar.
Es war meine dritte Reise, der Kinder zweite und für den Angetrauten die erste Kreuzfahrt.
Fazit: Mit der Familie ist alles anders!
Kein Shuffleboard, kein Tanzen bis zum frühen Morgen, keine spätere Geniesserzeit, kein Wellness, kein Aktivbingo.
Dafür Kinderclub, Cocktails schon am Nachmittag, regelmässig Kaffee und Kuchen, Mensch ärgere dich nicht spielen in der AIDA Lounge, rumrennen an Deck, Hände in den beheizten Pool stecken, Flippern und andere Spiele spielen, mit den Kindern zur Kapitäns Fragestunde gehen, Shows im Theater anschauen, nach jedem Mittag und Abendessen Eis zum Nachtisch, immer zwei Bananen für später mit aus dem Restaurant nehmen, mit Babyfon am Gürtel umherschlawenzeln, zu später Stunde noch was naschen gehen, Geld im Casino verzocken...
Mit dem Mann Zweisamkeit geniessen!!!

Unsere Reise wurde von Tief Norbert bestimmt, und das bedeutete Routenänderungen, meterhohe Wellen, immer eine Sickness Tüte in der Hosentasche für mich Landratte, (und ja, ich habe sie auch einmal benutzt. Am ersten Tag = Seetag, mitten im Restaurant.) .

Von der ursprünglich geplanten Route Malle-Tunesien-Palermo-Neapel-Barcelona-Malle blieben nicht viel übrig. So fuhren wir von Malle nach Neapel-Rom-Livorno-Barcelona nach Malle.
Wenn man Barcelona schon kennt, ist das nicht schlimm. Eine feine Stadt, die viel zu bieten hat.
Aber dann auch noch Rom ganz gut zu kennen, ist doof. So besuchten wir Pompej und spazierten durch Livorno. Letzteres muss man nicht gesehen haben.
An sich finde ich, nicht in Italien gewesen zu sein, aber es war trotzdem schön. Die Italiener sind schon ein lustiges Völkchen, vor allem wenn sie deutsch sprechen. Hochgradig unterhaltsam. Sehr zuvorkommend und höflich und nett, und das Eis in Italien ist wie immer unschlagbar!
Davon abgesehen, finden die besten Geschichten sowieso immer an Bord statt. Immer!!!

Diesmal wieder der 200 Kilo Mann, der eine ca 70jährige über fünf Leute hinweg zusammengeschnauzt hat am Kuchenbuffet:
"Liebe Dame, stellen sie sich hinten in der Schlange an, sowie alle anderen Leute auch!"
Das blieb nicht unkommentiert von vielen Seiten:
"Genau, die anderen wollen auch noch etwas abhaben. Der Kuchen ist gleich alle..."
Ich wars diesmal nicht ;-)

Schön auch eine ältere (andere) Dame bei der Kapitänsfragestunde:
"Wenn das ganze Schiff bei der Seenotrettungsübung auf eine Kabine warten muss, welche Konsequenzen hat das dann für die Passagiere der Kabine?"

Herrlich...
Der Kapitän: "Bevor die Frage kommt: ja, wir haben hier auch ein kleines Gefängnis. Aber man kann ja nicht nachvollziehen, ob der Fehler vielleicht auch bei der Crew lag, die die Meldung der Kabine nicht gehört haben, oder ein anderer Fehler. Das wird ja von den Passagieren nicht böswillig sein."
"Doch, das ist böswillig." -meinte darauf hin die Dame
"Wieso, waren Sie das?" -der Kapitän.

Womit beim Kapitän sind. DER Kapitän. Kapitän Jörg Miklitza.
(Falls sie sich selbst gegoogelt und hierher gefunden haben: Willkommen!)
 Ein Kapitän wie er nicht im Buche steht, jedoch so manche Seejungfrau sicher von träumt...
Mein Sohn kam bei der Fragestunde leider nicht zu Wort, und war sehr geknickt. Jedoch trafen wir ihn am nächsten Abend in einem der Restaurants, wo er mit seiner Stellvertreterin am Tisch saß, und auf Nachfragen meinerseits durften wir kurz stören, und Sohnemann durfte seine Frage zu den Rettungsbooten stellen.
Lustiger Weise trafen wir ihn dann zwei Tage später am Flughafen wieder. Er saß beim selben Kaffeestand wie wir. Zugegeben, zuerst hatte ich ihn garnicht erkannt - so in zivil. Und ick schwöre, wenn ich nicht verheiratet und zwei Kinder...dann hätte ich... na jedenfalls etwas gemacht, dass ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte ;-) Ick sage nur: Sahneschnittenalarm!
Nein, im Ernst - als Hauptstädterin bin ich ja Stars ( ;-) ) gewohnt und gut erzogen, so dass ich ihn am Flughafen auch nicht angesprochen habe, oder andere Dinge tat, obwohl ich eine Menge Fragen gehabt hätte. Solche, die sich natürlich ausschließlich auf die Fahrt mit dem Boot  Schiff bezogen hätten. Mich interessieren da schon so ein paar Sachen. Schließlich bin ich eine nicht-seefeste-Landratte; da hat man schon Fragen...

Ansonsten ist die Mar ein schönes Schiff. Die Leute verlaufen sich recht gut, gnihihiii... also die Masse der Leute verläuft sich..., ausser beim Essen, und man findet immer ein Plätzchen für was auch immer.
Wir hatten eine Balkonkabine, was ich nur empfehlen kann. Am frühen Morgen am verschneiten und Wolken behangenen Vesuv vorbei zu fahren macht schon Spass!
Ebenso die Lichter vom Hafen, die Sterne und den Mond, oder wahlweise die 5 Meter hohen Wellen- sehr schön!
Bewundert habe ich ja die Leute, die am 6. Tag wieder schon vor 18 Uhr vor dem Restaurant auf Einlass warteten. Wir konnten das nicht. Je länger wir an Bord waren, umso später haben wir zu Abend gegessen. Soviel kann man garnicht essen. Wir saßen die letzten Tage meist im Brauhaus. Das hat den Vorteil, dass einem Gericht an Tisch gebracht wird, und man sich nicht durch die Menschenmasse zum Trog vorkämpfen muss. Da waren natürlich wieder ein paar Kampfhähne dabei...könnte ja alle werden. Zudem hat für mich nach 6 Tagen alles irgendwie gleich geschmeckt. Ausser die Garnelen. Die waren gegrillt und mussten erst gepult werden. Sie waren sehr lecker, und da die im Ganzen zubereitet wurden, stürzten sich nicht alle drauf ;-)
Ein Wort noch zum KidsClub: Die Kinder gehen dort wohl sehr gern hin - unsere nicht. Unsere Kinder wollten ihre freie Zeit lieber bei uns bleiben und mit uns verbringen. Als am letzten Abend die Kinder vom KidsClub dann ihr "Farbtasia" Stück vorspielten, waren auch unsere ein bisschen neidisch, nicht dabei gewesen zu sein. Und das Grau, fanden sie besonders cool!
Für Reisen mit Kindern ist die AIDA toll. Ich habe als Mutti (auch wenn ich das Wort nicht mag) den "Muttiservice" doch sehr genossen. Soll heissen, den Luxus, sich nicht ums Essen kümmern zu müssen, andere haben den Tisch abgeräumt und die Zimmer auf Vordermann gebracht. Ich gebe zu, ich mag das im Urlaub auch mal gern, denn es verhält sich schon anders bei einer Ferienwohnung, oder wenn man im Hotel nächtigt, und man sich Gedanken machen muss, wo geht man Essen, zu welcher Uhrzeit, die Kinder nochmal raus, wird es zu spät... Das fällt alles weg :-)




Gipsabdruck eines unter Asche verschütteten Pompejaner.


Wir werden so schnell nicht wieder mit der AIDA fahren. Mit den Mädels nächstes Jahr für 5 Tage über die Ostsee schippern kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich mache das jetzt mal nicht vom Kapitän abhängig...gnihihiiii... Aber nochmal eine Woche - eher nicht. 
Und weil nach der Reise vor der Reise ist, freue ich mich auf unseren Zelturlaub im Sommer. 







1 Kommentar:

  1. Danke für die treffenden Worte! Also meine Freundin und ich wollen nächstes Jahr gerne wieder mit der MAR fahren....aus einem der o. g. Gründe *hust* Sahneschnitte *hust* Der Typ war aber auch genial, oder? Ich mochte seinen Humor zu gerne! Falls er das jetzt irgendwann lesen sollte: Hallo ;)

    Liebe Grüße, Jessica

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Vielen Dank für das Lesen, auch für einen Kommentar.