September 07, 2014

Kurzgeschichten: wenn icke eine Reise tue...

Wir starteten unseren Urlaub in Warnemünde. Mit der Fähre sollte es nach Trelleborg gehen. Wir waren zwei Familien a 4 Personen die hintereinander fuhren. Wir hielten zuerst am "Check in" Schalter.
"Ich höre aber mehr Personen." Meinte die nette Dame.
"Das sind aber alle. Im Kofferraum sind keine Kinder mehr."
"Aber die Kinder stehen auf der Buchung nicht drauf!"
"*-*"
"Die Anzahl der Personen ist entscheidend. Sie buchten nur für zwei Erwachsene."
Kurz um: mein Mann vergaß die Kinder. - ich lasse das mal so stehen...
Wir sollten zurück fahren zum Service Center. Dort könne man uns auf eine Warteliste setzen. Während also mein Mann dem Namen Rumpelstilzchen alle Ehre machte überlegte ich mir eine Strategie, wie wir doch noch nach Schweden kämen. Das Haus war schließlich gebucht und bezahlt. Für Frankreich war es zu spät ;-)
Wir kamen am Service Center an und nach einem langen drücken auf meine Tränendrüsen und verzweifeln und dem Hinzukommen meines Mannes mit den Kindern, es war auch schon nach 22 Uhr, schrieb uns die seeeehr nette Dame mit auf die Bordliste und konnte dies auch gleich für die Rückfahrt mit buchen. Puuuuhhhhhhh... Mein Mann war nicht der Einzige, der das Buchungssystem nicht verstanden hatte. Hinter uns bildete sich eine kleine Schlange, die meinen Mann böse anschauten, als er mit den Kinder einfach an den Leuten vorbei nach vorne ging - zu mir.
Die andere Familie hatte im übrigen alles richtig gemacht. Nun bekamen auch wir unsere Bordkarten und Kabinenschlüssel und sollten uns in Reihe 40 zum Warten einordnen, bis die Autos auf die Fähre dürften. Taten wir. Das Auto unserer Begleiter war jedoch nicht zu sehen,
"Wir stehen in Reihe 40. Und ihr?" fragte ich per Chatnachricht nach.
"Wir haben Reihe 40 nicht gefunden und sind gleich aufs Schiff."
Und spaßeshalber wir so: "Seid ihr auf dem richtigen Schiff?"
Keine Antwort.
Waren sie nicht!
 -
Jedoch und zum Glück hatte ein Steward Erbarmen mit ihnen, wie sie mit den kleinen Kindern vor der Infopoint ihrer Fähre saßen nachdem sie feststellten, dass ihre Kabinnenschlüssel anders aussahen als die der anderen, und gab ihnen ein Kabinenschlüssel. Zum Glück ging auch ihre Reise weder nach Dänemark, oder Göteborg, oder Norwegen. Auch diese Fähre fuhr nach Trelleborg.
So fing unser Urlaub an...

Gegen Ende unserer Reise erhöhte ich dann noch einmal die Spannung.
Abreise war Samstag. Am Donnerstag entschlossen die liebe M. und ich uns, in den Wald zu fahren um Pilze zu sammeln. Pilzmässig war ja richtig was los. Es sollten jedoch nur Steinpilze sein. Das war ein riesenspass. Wir waren im Pilzrausch. Eine große Kiste hatten wir schon voll, die zweite zur hälfe gefüllt. Es war zeit für den Heimweg. Ich fuhr also den Waldweg entlang und es machte, jawohl, es machte krrrrccchhhhrrrrrkkkkkkrrrrrrrccccccchhhkkkkrrrrrrrrrrrr
Oder so ähnlich. Laaaaaangsam und vooooooorrrsichtig manövrierte ich unter fachkundiger Aufsicht von M. das Auto rückwärts zum Wenden.
"Ja, ein Stein." Sagte sie.
"Hoffentlich war das nicht die Ölwanne."
Nichts geschah. Wir fuhren auf die befestigte Straße zurück - und das Auto gab Alarm zum sofortigen stop. Kein Öldruck mehr. Die Ölwanne.
Nach längerem hin und her per Telefon mit dem Rumpelstilzchen, das kannten wir ja schon von unserer Anreise, wurde uns dann vom gelben Engel ein Abschleppwagen versprochen. Geholfen dazu  hat uns auch ein netter Schwede, der leider kein Englisch konnte. M. fuhr mit ihm mit, warum eigentlich habe ich vergessen... Das war aufregend, und er war letztlich so geduldig mit uns, wie er telefonierte um zu organisieren und uns versuchte, sein Erreichtes zu erklären! Wir fuhren später nochmal zu ihm und haben uns bedankt.
Wir warteten also auf den Abschleppwagen, und während wir so warteten... gingen wir nochmal in den Wald um die dort stehenden Steinpilze zu pflücken. Was soll man sonst auch machen.
Peter mit dem großen Abschlepper kam und freute sich uns zu sehen, wir, die wir wie Rotkäppchen mit unseren Körbchen und Kisten voller Pilze aus dem Wald kamen ;-)
Ich fragte ihn noch, ob die Schweden keine Pilze essen, oder warum so viele hier stünden. Er erklärte mir, sie mögen besonders die "yello one". Wohl Pfifferlinge. Es sei auch sehr warm zu dieser Jahreszeit. Mein Thema ;-)
"This is warm?"
"Normally its colder!"
Es waren durchschnittlich 16 grad, für mich vieles, aber nicht warm.
Peter meinte zu mir: "You See the Sun? Its hot!"
Und das war sein Ernst...
Na gut, das Auto. Das war kaputt. Die Werkstatt meinte am Freitag morgen zu mir "monday."
"Nix Montag, morgen - Samstag, wir brauchen das Auto morgen." Nach weiteren 10 Minuten in der Warteschleife der Werkstatt wurde mir erzählt,  das Teil würde per Express bestellt und die Chancen, dass es bis Samstag früh käme, lägen bei 80%. Sie würden es dann gleich 7 Uhr einbauen und gg 10 Uhr am Samstag hätten wir unser Auto. Na gut... Bei einem Volvo, wäre es übrigens kein Problem gewesen...
Die Männer waren Freitag angeln, und Samstag ggf halb zehn Uhr am Morgen kam der erlösende Anruf!

Es sei noch erwähnt, ich habe in meinem Leben bereits drei Flüge verpasst. Einen davon mit der lieben M.

Kommentare:

  1. oh, man, das hört sich ja nach traumurlaub an...aber wie sagt man so schön: ende gut, alles gut! nächstes jahr darfst du bestimmt wieder dahin, wo es (mit etwas glück) richtig warm ist *daumendrück*
    viele liebe grüße und einen schönen wochenstart
    mickey

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  2. Solche Geschichten machen Reisen doch erst spannend, oder? Also zumindest, wenn am Ende alles gut geht ;) Aber wehe, du verpasst nächstes Jahr den Flug nach London! *g*

    Liebe Grüße, Jessica

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Vielen Dank für das Lesen, auch für einen Kommentar.