April 18, 2013

Patchwork

ist doch scheisse.
Es funktioniert vielleicht, aber nur solange, bis einer stirbt.
Es ist anstrengend.
Es gibt gute Tage. So wie die letzten drei.
Dann kommen Tage wie heute. Ich konnte Kraft sammeln um wieder einige wichtige Anrufe zu tätigen. So auf seiner Dienststelle. Ich mache einen Anruf, es folgen fünf. Jeder spricht mir sein Beileid aus, und sagt etwas nettes und liebes. Es geht um Kränze, Beerdigungstermin, Sachen abholen, eine Anzeige... Nach dem vierten Anruf liefen mir dann im Cafe, im dem ich gerade saß, die Tränen übers Gesicht. Nach dem fünften, lieben, Anruf, lief ich weinend die Strasse entlang auf dem Weg nach Hause, um dort meinem Ehemann weinend in die Arme zu fallen. Es ist schwer. So schwer.
Danach ging es heute wieder zurück ins Haus, indem noch seine ehemaligen Lebensgefährtin wieder wohnt. Sachen aufräumen und vorbereiten.
Und plötzlich muss ich mit ihr den Hausstand auseinandernehmen. Seinen "Auszug" vorbereiten.
Sachen, mit denen ich meine Kindheit verbrachte, möchte ich natürlich wieder mitnehmen. Sie gern behalten. Bücher, die er niemals gelesen hätte sind plötzlich seine, solche, die früher in unserem Buchregal standen gehören plötzlich ihr... Dafür auch noch Kraft.
Tage wie heute kosten Kraft. Und es dauert wieder zwei, drei, bis ich mich davon erholt habe.
Montag ist der nächste Termin. Arbeitssachen werden abgeholt.
Und die ganze Zeit läuft im Kopf das Hintergrundprogramm "Papa ist tot."

Es ist so schwer...

Und nur weil man Erbin ist heisst es nicht, dass man als solche auch weiter die Miete zahlen muss. Das ist geregelt in § 563 BGB.

Patchwork funktioniert nicht...

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